Saccharin

Geschichteder älteste Süßstoff, bereits entdeckt 1879 durch Constantin Fahlberg.1886 Gründung der ersten Saccharin-Fabrik durch Fahlberg und List. Besonders während der beiden Weltkriege stieg der Verbrauch wegen der Zuckerknappheit stark an.
SyntheseDie Synthese erfolgt entweder durch Remsen-Fahlberg- oder Maumee-Verfahren. Bei Remsen-Fahlberg wird Toluol durch Sulfochlorierung in das Isomerengemisch von 2- und 4 Toluolsulfochlorid überführt. Aus dem 2-Isomer wird anschließend das 2-Toluolsulfonamid (auch OTS bzw. OTSA genannt) hergestellt. Durch Oxidation erhält man in saurem Medium unmittelbar das 2-Benzoesäuresulfimid. Aus ihm werden die entsprechenden Salze hergestellt und durch mehrmalige Umkristallisation (meist aus Wasser) gereinigt. Das Verfahren wird vor allem in Korea angewandt.
Bei Maumee dient Phtalsäureanhydrid als Ausgangssubstanz. Das Anhydrid wird zunächst in das Imid überführt. Nach Oxidation zum Isatosäureanhydrid wird der Anthranilsäuremethylester gebildet. Durch Diazothierung und Umsetzung mit Schwefeldioxid und Chlor erhält man das 2-Sulfochlorid des Anthranilsäuremethylesters, das man durch Ammoniak in Ammoniumsaccharinat überführen kann. Hieraus wird Saccharin freigesetzt, oder es wird in andere Salze überführt.
Sensorik/Süßkraftschnell eintretende, intensive Süße
300-500 fach
Eigenschaften
physiologischwird schnell resorbiert, nicht verstoffwechselt und unverändert über die Nieren ausgeschieden
kein physiologischer Brennwert, d.h. kalorienfrei
zahnschonend und für Diabetiker geeignet
anwendungstechnischfarblose Kristalle oder weißes, kristallines, geruchloses Pulver
gängige Korngrößen:
18-20 mesh (1000-850 um)
20-40 mesh (850-425 um)
40-80 mesh (425-180 um)
80-150 mesh (180-100 um)
60-100 mesh (250-150 um; bei Saccharin Säure)
äußerst hitzestabil
gut geeignet zum Backen und Kochen
lagerstabil
pH-Wert: 2,0 bei Saccharin Säure
5,0 bei Saccharin Calcium
6,5-7,0 bei Saccharin Natrium
bitter-metallischer Nachgeschmack
ADI-Wert5 mg/kg Körpergewicht
AnwendungsgebieteTafelsüßen (Tabletten, Streu- und Flüssigsüßen)
Getränke auf Wasser- und Milchbasis
Puddings, Desserts
Süßwaren, Schokolade
Backwaren und -mischungen
Müsli, Cornflakes, Cerealien
Kaugummi
Brotaufstriche
Konfitüren, Marmeladen
Obst- und Sauerkonserven
Marinaden, Saucen, Feinkost
Zahnpasta, Mundwasser
Arzneimittel
Galvano